Die richtige Körperhaltung - So machst du (nicht nur) beim Tanzen eine gute Figur

Beim Tanzen ist es nicht nur wichtig, die gelernten Schritte und Kombinationen sauber auszuführen, sondern auch die Körperhaltung im Allgemeinen spielt eine wichtige Rolle. Was du beachten solltest, um beim Tanzen gut an einer gesunden Körperhaltung arbeiten zu können und hieraus sowohl für das Tanztraining als auch für den Alltag einen Nutzen zu ziehen, möchte ich in diesem Artikel beschreiben.

 

Da die meisten Tanzbewegungen aus dem Stand heraus ausgeführt werden, möchte ich nun auf die Körperhaltung im aufrechten Stand im Allgemeinen eingehen, da die meisten Aspekte dieser natürlich auch für die Körperhaltung während der Bewegungen gelten. Um dies genauer zu erklären, betrachte ich den Körper von oben nach unten.

 

1. Der Oberkörper

Beginnen wir mit dem Kopf. Der Kopf ist im aufrechten Stand gerade und der Nacken lang. Natürlich gibt es beim Tanzen unzählige Bewegungen, in die der Kopf und der Nacken involviert sind. Ist dies jedoch nicht der Fall, dann versuche den Nacken stets lang zu lassen und dein Kinn weder nach vorn herauszuschieben noch einzuziehen. Versuche das Gefühl zu haben, dass dein Scheitel zur Decke strebt.

Die Schultern sollten immer entspannt und vor allem nicht nach oben gezogen sein oder gar nach vorne fallen. Stell dir vor, du möchtest deine Schulterblätter in deine hinteren Hosentaschen stecken. So bleiben die Schultern tief und das Schlüsselbein breit und geöffnet.

Die Rippen dagegen wollen stets zusammen bleiben, versuche also, diese nicht nach vorne zu öffnen. Der Bauch ist immer leicht angespannt, der Bauchnabel zieht in Richtung Wirbelsäule. So hast du stets ein stabiles Zentrum, was dir hilft, dein Gleichgewicht beim Tanzen zu halten und deine Bewegungen im Allgemeinen gut zu kontrollieren. Wofür deine Bauchmuskeln außerdem noch sehr wichtig sind, kannst du im nächsten Punkt lesen.

 

2. Das Becken

Das Becken sollte immer aufgerichtet sein, das heißt, dass es weder nach vorn noch nach hinten gekippt ist. Um vor allem das Hohlkreuz, das bei vielen Menschen eine Ursache für Probleme im unteren Rücken ist, zu vermeiden, bzw. diesem entgegenzuarbeiten, solltest du deine Bauchmuskeln nutzen. Probiere es doch direkt mal aus: Wenn du die Bauchmuskeln locker lässt kippt das Becken automatisch leicht, wodurch eine mehr oder weniger starke Kurve im unteren Rücken entsteht. Spannst du vor allem die unteren Bauchmuskeln an, wird das Becken automatisch aufgerichtet, das Schambein kommt weiter nach vorne und der untere Rücken wird dadurch lang. Aus diesem Grund ist es wichtig, auch beim Tanzen die Spannung im Bauch, bzw. in deinem Zentrum nie zu verlieren. Natürlich kann dies auch im Alltag angewendet nur von Vorteil sein. Auf lange Sicht wird dein unterer Rücken es dir danken.

 

3. Die Beine

Egal, ob du beim Ballett mit ausgedrehten oder beim Modern Dance oder ähnlichen Tanzstilen mit parallel ausgerichteten Beinen tanzt - achte immer darauf, dass deine Knie stets in die gleiche Richtung zeigen, wie deine Fußspitzen. Vor allem das Wegknicken bzw. Einfallen der Knie nach innen kann sehr gefährlich werden und auch zu Verletzungen führen. Achte also vor allem, wenn du deine Beine beugst, immer auf die korrekte Ausrichtung der Knie in Bezug zu den Fußspitzen.

Solltest du eine Tanzform trainieren, bei der die Beine sich in ausgedrehten Positionen bewegen, achte unbedingt darauf, dass du immer das ganze Bein im Hüftgelenk ausdrehst. Wenn du versuchst, deine Beine nur von den Füßen oder Unterschenkeln aus auszudrehen oder du sie stärker ausdrehst, als du sie allein aus der Kraft vom Hüftgelenk aus ausdrehen kannst, kann sich das sowohl auf lange Sicht negativ auf deine Knie auswirken, als auch akute Verletzungen in diesen verursachen. Deshalb gilt es, die Ausdrehung der Beine niemals unnötig zu forcieren.

 

Auf den ersten Blick scheint es vermutlich viel zu viel zu sein, auf das man gleichzeitig achten muss, aber, wenn du dir Stück für Stück die verschiedenen Aspekte vornimmst, wirst du Verbesserungen in den einzelnen Bereichen schnell wahrnehmen. Vielleicht weißt du ja aus deinem Tanztraining sogar schon, wo deine "Schwachpunkte" liegen. Umso besser, dann kannst du gleich gezielt an diesen arbeiten! Viele Dinge kann der Körper durch kontinuierliches Üben auf lange Zeit speichern und automatisieren. Das Wichtigste ist, wie bei allem, was du neu lernst, dass du dich nicht entmutigen lässt, wenn dein Körper für den ein oder anderen Aspekt etwas länger braucht. Veränderung braucht nun mal Zeit. Habe Geduld und gib nicht auf.

Die Verbesserungen in deiner Körperhaltung werden sich ganz bestimmt auch positiv auf deine Haltung im Alltag auswirken. Es ist eine wechselseitige Beziehung: Du kannst das Tanztraining nutzen, um an deiner Körperhaltung zu arbeiten oder du kannst im Alltag an deiner Haltung arbeiten, was sich vorteilhaft auf deine Fortschritte beim Tanzen auswirken kann. Am besten ist natürlich ein Mix aus beidem, denn wenn du sowohl beim Tanzen als auch im Alltag an einer besseren Haltung arbeitest, kommst du umso schneller an dein Ziel. Fakt ist, dass du durch das Optimieren deiner Körperhaltung beim Tanzen gesünder trainieren kannst, da du so vielen Verletzungen vorbeugst. Im Alltag wirst du durch die verbesserte Körperhaltung immer und überall ein sichereres Auftreten haben und dich vermutlich auch allgemein fitter fühlen.

Was auch immer dich dazu bewegt, an deiner Körperhaltung zu feilen, ich wünsche dir jetzt schon viel Erfolg dabei! 

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