Spitzentanz - Meine Tipps für einen erfolgreichen Start

Auf Spitze zu tanzen ist der Traum vieler heranwachsender Ballettschülerinnen. Einige können es kaum erwarten, das erste Mal in den Spitzenschuhen zu stehen. Jedoch kann aller Anfang wie so oft schwer und auch manchmal etwas frustrierend sein. Im folgenden Artikel möchte ich mit dir einige meiner Erfahrungen teilen und dir ein paar Tipps für den erfolgreichen Start in dein Spitzentanz-Training geben.

 

1. Der Schuhkauf

Der Kauf der ersten Spitzenschuhe kann ziemlich aufregend sein und auch Verunsicherung mit sich bringen. Woher weiß ich, dass der Schuh der richtige für mich ist? Das wird sich wohl am Anfang so ziemlich jeder fragen. Lass dich beim Kauf deines ersten Paares Spitzenschuhe deshalb unbedingt gut beraten. Gehe dafür am besten in ein Ballettgeschäft. Die Verkäuferinnen dort können dir meist gut bei der Anprobe und letztendlich der Entscheidung für den passenden Schuh helfen.

Sprich außerdem vor dem Schuhkauf unbedingt mit deiner Ballettlehrerin bzw. deinem Ballettlehrer. Sie/er kann dir bestimmt schon einige Anhaltspunkte geben, welcher Schuh für dich persönlich passend sein könnte, und dir auch ein gutes Ballettgeschäft empfehlen.

Da jeder Fuß eine individuelle Form haben kann, ist eine ausführliche Anprobe und Beratung sehr wichtig. Kaufe dir auch unbedingt direkt Zehenschoner dazu und probiere diese natürlich auch mit den Spitzenschuhen an.

Ich persönlich würde beim ersten Kauf vor allem empfehlen, dass du dir zunächst eher weichere Spitzenschuhe kaufst. Diese passen sich relativ schnell an den Fuß an. Je länger und häufiger du dann mit der Zeit trainierst, desto höher kannst du dann den Härtegrad wählen, aber, um langsam zu beginnen, sind die weicheren Schuhe am besten geeignet. Achte außerdem darauf, dass der Schuh deine Zehen nicht zu sehr einengt. Der Schuh sollte zwar eng anliegend sein, aber die Zehen sollten nicht zusammengedrückt werden. An der Ferse sollte der Schuh wiederum nicht zu locker sitzen, weil sonst die Gefahr besteht, dass deine Ferse beim Tanzen aus dem Schuh herausrutscht und du so deinen Halt verlierst. Ein zusätzlich angenähtes Gummi, das sich dann über den Fußspann spannt, kann hierbei Abhilfe schaffen. Versuche auch, deine Spitzenschuhe immer gut zu binden - nicht zu locker und nicht zu eng. Lass dir hier im Zweifelsfall auch nochmal von deiner Ballettlehrerin bzw. deinem Ballettlehrer helfen.

 

2. Die Fußpflege

Bevor du in den Spitzenschuhen trainierst, ist es sehr wichtig, dass du dir deine Zehennägel kurz schneidest bzw. feilst. Wenn die Zehennägel zu lang sind, kann das sehr unangenehm sein. Achte auch darauf, dass die Nägel an den Seiten keine spitzen Ecken haben, damit sie nicht in den Zeh drücken bzw. stechen, wenn du auf der Spitze stehst.

 

3. Die Schuhe "weicher machen" / an den Fuß anpassen

Am Anfang ist es oft so, dass sich die Spitzenschuhe, wenn sie neu sind, noch ziemlich unbequem und ungewohnt an den Füßen anfühlen. Mit der Zeit, also je öfter du in den Schuhen tanzt, werden sie sich nach und nach ein wenig an deine Fußform anpassen. Damit dies nicht allzu lange dauert und du dich in deinen Schuhen schnell wohler fühlen kannst, empfehle ich dir, neben dem regelmäßigen Spitzentanz-Training im Ballettunterricht, deine Spitzenschuhe auch zu Hause immer mal wieder anzuziehen. Du musst nicht mal unbedingt auf die Spitze gehen. Schon das normale Laufen und auch das Gehen auf halber Spitze in den Spitzenschuhen führt dazu, dass die Sohle deiner Schuhe weicher und flexibler wird, was dann auch für das Tanzen und das "Wohlfühlen" in den Spitzenschuhen vorteilhaft ist. Es lohnt sich also, ein bisschen Zeit zu Hause zu investieren, um deine Schuhe für das Tanzen "vorzubereiten". Achte jedoch auch darauf, dass die Sohle deiner Schuhe nicht zu weich wird, weil du sonst eventuell deinen Halt auf der Spitze verlierst.

 

4. Die Füße und Fußgelenke stärken

Um sicher auf der Spitze zu tanzen, sind starke Füße und Fußgelenke das A und O. Deshalb empfehle ich dir, ebenfalls zur Vorbereitung auf die Ballettstunden, zu Hause ein paar Kräftigungsübungen zu machen. Das können zum Beispiel ganz einfach nur Relevés sein, die man sogar im Alltag ganz nebenbei üben kann: beim Zähneputzen, beim Warten auf die Bahn oder den Bus oder auch mal in der Mittagspause. Außerdem ist dies auch eine gute Übung nach langem Sitzen, denn durch das Auf- und Abrollen der Füße am Boden wird die Durchblutung der Beine angeregt.

Des Weiteren sind Floor Barre – Übungen zum Stärken der Fußmuskulatur und der Fußgelenke sehr empfehlenswert. Hierfür kannst du dich zum Beispiel im Langsitz auf den Boden setzen oder auch hinlegen und die Beine gerade nach oben zur Decke ausstrecken und deine Füße dann immer wieder flexen und strecken. Dies sind nur ein paar Beispiele, es gibt noch unzählige weitere Übungen, die man hierfür machen kann. Wenn du deine Füße und Fußgelenke regelmäßig stärkst, dann wirst du bald merken, dass du auch in den Spitzenschuhen stabiler und somit sicherer stehst. Es lohnt sich also auch hier, ein bisschen Zeit zu Hause zu investieren, um dann im Ballettunterricht schnell Fortschritte erzielen zu können.

 

5. Dranbleiben

Der Weg zum leicht und elegant aussehenden Tanzen auf der Spitze kann sehr lang und anstrengend sein. Wichtig ist, dass du dich nicht frustrieren lässt, wenn etwas mal nicht auf Anhieb funktioniert. Oftmals braucht es einfach Zeit, bis der Körper die nötige Kraft aufgebaut hat, um die Bewegungen mühelos auszuführen. Das Tanzen auf der Spitze erfordert konstantes Training. Versuche also, wenn möglich, auch längere Trainingspausen zu vermeiden, denn die Muskulatur wird dadurch natürlich wieder schwächer. Falls deine Ballettschule in den Ferien also geschlossen hat, versuche ein bisschen zu Hause für dich selbst zu üben. Du kannst hierbei zum Beispiel einfache Übungen, die du im Ballettunterricht gelernt hast, wiederholen. Sei hierbei natürlich vorsichtig und wärme dich vorher gut auf, um Verletzungen zu vermeiden. Zum Aufwärmen der Füße kannst du zum Beispiel die oben beschriebenen Übungen zum Kräftigen der Füße und Fußgelenke nutzen. Außerdem ist es auch wichtig, wie bei allem, es nicht zu übertreiben. Wenn du merkst, dass die Kraft nachlässt, dann gönne dir eine Pause und übe an einem anderen Tag weiter. Oftmals muss der Körper die Informationen, die er durch das Training bekommt, auch erstmal verarbeiten und du wirst sehen, dass es dann beim nächsten Mal schon viel besser geht und du mit der Zeit immer mehr Fortschritte erzielen kannst. Auch hier kann man sich den guten alten Spruch: „Der Weg ist das Ziel“ zu Herzen nehmen. Ich wünsche dir jedenfalls jetzt schon viel Erfolg dabei!

 

Sind noch Fragen offen geblieben? Dann hinterlass mir gerne einen Kommentar, schreibe mir eine Nachricht oder sprich mich auch gerne bei der nächsten Ballettstunde an. Ich freue mich darauf, dich beim Üben zu unterstützen. 

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Kommentare: 2
  • #1

    Susi Bide (Freitag, 08 November 2019 10:53)

    Ist das normal, dass es weh tut wenn man aug Spitze steht oder mache ich etwas falsch?

  • #2

    Marie Völker (marie5678andmore) (Freitag, 08 November 2019 11:28)

    Besonders am Anfang kann das Tanzen auf der Spitze für die Füße noch unangenehm sein, vor allem, wenn die Schuhe noch neu sind und sich noch nicht an den Fuß angepasst haben. Dann kann es schon vorkommen, dass die Füße weh tun. Wichtig ist, dass die Schuhe gut passen. Hast du dich beim Kauf gut beraten lassen?

    Damit die Schuhe schneller "weich" werden, bzw. die Füße sich auch daran gewöhnen, kann man die Schuhe außerhalb des Trainings zum Beispiel auch jeden Tag zu Hause für ein paar Minuten anziehen und darin laufen, ohne auf die Spitze zu gehen.

    Ob du beim Tanzen etwas falsch machst, kann ich leider nicht sagen, wenn ich dich nicht sehe. Versuche, dir von deiner Ballettlehrerin / deinem Ballettlehrer helfen zu lassen.
    Falls du in der Nähe bist, kannst du natürlich auch in einem meiner Kurse in Speyer vorbei schauen (siehe Kursangebot), dann helfe ich dir gern weiter!