Modern Dance, Jazz Dance oder doch lieber Contemporary? - So findest du dich im Tanzstil-Dschungel zurecht

Da sich der Tanz stets weiterentwickelt, gibt es heutzutage unzählige Tanzstile. Auch ich entdecke immer wieder Tanzrichtungen, die für mich neu sind. Vielleicht hast du ja auch schon in dem ein oder anderen früheren Blogartikel verfolgt, wie ich einige der für mich neuen Tanzstile ausprobiert habe, wie zum Beispiel Kizomba oder das 5-Rhythmen-Tanzen. Doch im folgenden Beitrag möchte ich drei Tanzstile genauer unter die Lupe nehmen, die den meisten Menschen zumindest vom Namen her geläufig sind: Modern Dance, Jazz Dance und Contemporary Dance.

 

Bei meiner Arbeit in den verschiedenen Tanzschulen kommt es immer mal wieder vor, dass Kursteilnehmer/innen, die gerade mit dem Tanzen beginnen, ziemlich ratlos sind, wenn es um die Entscheidung für einen geeigneten Tanzstil geht. Vor allem bei den Stilen Modern, Jazz und Contemporary kommt es immer wieder zu Verwirrungen. Ist das nicht alles irgendwie fast das Gleiche? Welche Unterschiede gibt es? Was erwartet mich in einem Modern-, Jazz-, oder Contemporary-Kurs? Diese Fragen gilt es nun zu beantworten.

 

Modern Dance – Die entspannte Art zu tanzen

Modern Dance entstand als Gegenbewegung zum klassischen Ballett. Einen Vergleich von Modern Dance und Ballett findest du hier in einem meiner früheren Blogartikel.

Beim Modern Dance geht es im Allgemeinen immer um den Wechsel zwischen Spannung und Entspannung. In einer Bewegung wird Spannung aufgebaut, welche dann in der folgenden Bewegung wieder losgelassen wird. Der Fokus liegt hierbei meist auf der Entspannung. Um dies zu unterstützen, wird auch die Atmung genutzt. Überwiegend ist es so, dass man, während man die Spannung aufbaut, einatmet und bei der Entspannung nutzt man die Ausatmung, um alles loszulassen. Auch die Schwerkraft wird beim Modern Dance genutzt, um die Entspannung zu verstärken. Die entspannten Bewegungen gehen mit der Schwerkraft in Richtung Boden, was auch eine gewisse Erdung mit sich bringt. Der Körper hat also immer eine Verbindung zum Boden. In einem Modern Dance Kurs gibt es somit auch oft Übungen, die am Boden liegend ausgeführt werden, damit die Kursteilnehmer/innen diese Verbindung und die Nutzung der Schwerkraft erfahren können. Doch auch im Stand können diese Aspekte des Modern Dance zum Beispiel durch schwingende Bewegungen des Oberkörpers, die Verbindung der Füße zum Boden und das „In-den-Boden-sinken-Lassen“ des Körpergewichtes erfahren werden.

 

Jazz Dance – Das Spiel mit Rhythmik und Isolation

Beim Jazz Dance spielt, wie auch beim Modern Dance, die Erdung des Körpers eine wichtige Rolle. Diese wird hier aber vor allem auch dazu genutzt, einen der wichtigsten Aspekte des Jazz Dance umzusetzen: die isolierte (also voneinander getrennte) Bewegung der einzelnen Körperteile. Das kannst du gleich selbst kurz testen: Stell dich einmal mit leicht geöffneten, gestreckten Beinen hin und versuche, dein Becken hin und her zu bewegen. Beuge nun die Beine und probiere das Ganze noch einmal. Was stellst du fest? Vermutlich wirst du dein Becken mit gebeugten Beinen viel einfacher und auch weiter hin und her bewegen können, als mit gestreckten Beinen. So siehst du, warum die Erdung beim Jazz Dance zur Umsetzung der gewünschten Isolationsbewegungen so wichtig ist. Neben dem Becken, dessen Bewegungen beim Jazz Dance eine zentrale Rolle spielen, gibt es noch viele weitere Körperteile, die man in diesem Stil getrennt bzw. isoliert bewegen kann: den Kopf, die Schultern, den Brustkorb, die Arme und Hände und die Beine und Füße. Diese isolierten Bewegungen der Körperteile in die verschiedensten Richtungen werden dir im Jazz Dance Unterricht begegnen. Dies ist auch einer der Unterschiede zum Modern Dance, denn dort werden die Körperteile nur selten einzeln und in unterschiedliche Richtungen bewegt. Beim Modern Dance ist überwiegend der ganze Körper oder ein größerer Teil des Körpers in die Bewegungen involviert.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Jazz Dance ist, dass die unterschiedlichsten Rhythmen verwendet werden. Hierbei können sich auch verschiedene Körperteile gleichzeitig in unterschiedlichen Tempi, bzw. Rhythmen bewegen. Diese sogenannte Polyrhythmik, die im Jazz Dance vorkommt, resultiert daraus, dass dieser Tanzstil, wie der Name es schon sagt, ursprünglich zur Jazz Musik getanzt wurde, bei der die Polyrhythmik ebenso eine zentrale Rolle spielt. Heutzutage wird im Jazz Dance Unterricht jedoch auch oft aktuelle Popmusik genutzt. Du siehst, beim Jazz Dance geht es also meist schon etwas weniger entspannt zu, als beim Modern Dance.

 

Contemporary Dance – Der Stil-Mix

Contemporary Dance ist der „neuartigste“ dieser drei Tanzstile und ist nur schwer zu definieren, denn es ist ein Mix aus den unterschiedlichsten Tanzstilen. Contemporary Dance kann zum Beispiel Elemente aus dem Ballett, Modern Dance und Jazz Dance, aber mittlerweile auch aus sämtlichen urbanen Tanzrichtungen enthalten. Dieser Tanzstil ist also ständig im Wandel und variiert beim Unterricht auch je nachdem, welche Stile der Lehrer/ die Lehrerin nutzt. Wenn du dich also nur schwer festlegen kannst, bzw. auf der Suche nach einem sehr vielgesichtigen Tanzstil bist, dann ist Contemporary das Richtige für dich.

 

Das waren nun ziemlich viele Informationen, deshalb hier nochmal das Wichtigste auf einen Blick: 

Modern Dance:

 

- Wechsel von Spannung & Entspannung

- Nutzung der Atmung (Spannung= Einatmen, Entspannung=Ausatmen)

- Einsatz von Schwerkraft, Gewicht und Erdung des Körpers

- überwiegende Nutzung des gesamten Körpers

Jazz Dance:

 

- häufig isolierte Bewegung einzelner Körperteile (Becken als wichtiges Bewegungszentrum)

- Nutzung unterschiedlichster Rhythmen (auch Polyrhythmik)

- Erdung des Körpers 

Contemporary Dance:

 

-Mix aus den unterschiedlichsten Tanzrichtungen, wie z.B. Ballett, Modern Dance, Jazz Dance und urbanen Tanzstilen 


Ich hoffe, dass du die Tanzstile mit diesen Informationen nun ein bisschen besser voneinander trennen bzw. unterscheiden und dich nun vielleicht auch leichter für einen davon entscheiden kannst. Ein Tipp, den ich Unentschlossenen immer wieder gern gebe: Sei offen und probier dich einfach aus. In vielen Tanzschulen kannst du erstmal eine Probestunde machen, um in die verschiedenen Kurse „reinzuschnuppern“ und dich dann zu entscheiden. Außerdem kannst du natürlich auch Workshops nutzen, um dir ein Bild von einer bestimmten Tanzrichtung zu machen und dich dann zu entscheiden, ob du dich für einen festen Kurs in diesem Stil anmelden willst. Wenn du Lust hast, dann schau doch auch mal bei meinen Kursen oder Workshops vorbei, vielleicht ist hier ja etwas Passendes für dich dabei. Falls noch Fragen offen geblieben sind, kannst du mir auch gerne einen Kommentar oder eine Nachricht hinterlassen. Ich freue mich darauf, deine Fragen zu beantworten.  

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